http://kita-montessori-suro.de/bedeutung_der_bewegung.htm

Die Bedeutung der Bewegung

in der Montessoripädagogik


Für Dr. Maria Montessori ist Bewegung in der gesamten Entwicklung und Erziehung der Kinder von grundlegender Bedeutung.


Neueste Forschungsergebnisse, etwa aus der Lern- und Entwicklungspsychologie belegen und bestätigen die Ansicht von Dr. Maria Montessori ebenso wie die Aussagen in den unten angefügten Zitaten.


"Wenn wir bedenken, dass die Möglichkeit zur Bewegung in Schule und Familie kaum mehr gegeben ist, und dass man sie nicht als wesentlichen Faktor der geistigen Entwicklung ansieht, sollten wir uns darüber im Klaren sein, dass wir damit etwas Schlimmeres anrichten, als wenn wir künstlich taube und stumme Menschen schaffen würden.... Wenn der Mensch sich ohne ausreichende, praktische Betätigung entwickelt, lebt er unter schlechteren Bedingungen als ein Blinder oder Tauber, denn das Fehlen eines Sinnes kann durch vermehrte Ausbildung eines anderen Sinnes kompensiert werden. Das Fehlen von Bewegung hingegen ist nicht ersetzbar, da es elementar ist." (Maria Montessori 1932, nach einem Zitat von Winfried Böhm (Hg.) 1984, S.77)


Im Heft 6/2005 „Sportunterricht“ ist zu lesen: „Geist und Körper sind in der abendländischen Kultur selten zusammengedacht worden. Selbst die Forscher der künstlichen Intelligenz glaubten daran, einmal ein körperfreies Denken realisieren zu können. Doch ein Blick in die Natur zeigt sofort: Alles, was denken kann, bewegt sich auch. Nur in den Schulen soll selbstständiges Denken per Stillsitzen erlernt werden. Körperlichkeit und Handwerklichkeit sind von intellektuellen Beschäftigungen deutlich geschieden. Doch nachhaltiges Lernen funktioniert am ehesten durch „Be - Greifen“. Tatsächlich erweist sich Denken als abstrahiertes Bewegen -  und der Körper in seiner Gesamtheit als ein beeindruckendes Lerninstrument.“


Maria Montessori erkannte dies auf Grund ihrer herausragenden Beobachtungsgabe. Sie verstand es ohne wissenschaftliche und technische Mittel, wie sie heute selbstverständlich sind, diese Beobachtungen aus  ihrer täglichen Arbeit mit den Kindern richtig zu analysieren.


Deshalb bemerkte sie schnell den engen Zusammenhang zwischen Bewegung und geistiger Entwicklung.


Über die Schulung der Bewegungsabläufe will sie die Kinder bilden und erziehen und sie baldmöglichst zu Selbstständigkeit und Unabhängigkeit vom Erwachsenen führen.  Dies ist der rote Faden der sich durchgängig durch alle Bereiche der Montessori-Pädagogik zieht (Sprache, Mathematik, Alltägliche Lebensbewältigung....). Sie sieht jede Bewegung, die ein Mensch ausführt, in einem ganzheitlichen Zusammenhang.

Gerade beim Kind sind seelische und geistige Vorgänge, sowie leibliche und gefühlsmäßige Vorgänge, noch stark miteinander verwoben.
Die Welt wird vom Kind erst einmal kaum über Denken und Vorstellen wahrgenommen. Es erobert die  Welt anfangs  viel mehr  über die Sinne (z.B. alles in den Mund stecken), mit seinem Körper und seinen Handlungen.  Die Antwort auf die Frage –„Wer bin ich?“ - wird in den ersten Jahren hauptsächlich über die verschiedenen Wahrnehmungskanäle (Augen, Ohren, Nase, Mund, Hand) und über das Bewusstwerden des eigenen Körpers aufgebaut. Dazu gehört ganz besonders die Körperorientierung (z.B. Lage der Gliedmaßen, Kopf oben, Füße unten....)  und das Körpergefühl (welche Berührungen mag ich, was tut mir gut, was tut mir weh...). Dies alles trägt dazu  bei um das eigene Selbstbild zu  schaffen.
Zur notwendigen Trennung und Gliederung der Geist-Seele-Leib-Einheit kommt es erst im Laufe der weiteren Entwicklung.
Dr. Maria Montessori meint mit Bewegung jede körperliche Aktivität, also alles praktische Tun, nicht nur die Bewegung die beim Ausüben von Sportarten gegeben sind.


Dazu im Folgenden nähere Ausführungen.


1.       Bewegung aus einem inneren Antrieb heraus


Die grundlegende Betätigungsart von Kinder ist in der Regel die Bewegung. Selbst beim augenscheinlichen Stillsitzen bewegt sich beim genauen Beobachten irgendein Körperteil mehr oder weniger weiter. Dr. Montessori sprach von einem „inneren Antrieb“, der wohl genetisch angelegt ist. Bewegungsspiele und Bewegungen entstehen oft aus der Situation heraus. Dabei  liegt die Befriedigung im Tun selbst und nicht ursprünglich im Erreichen eines von außen, oder jemandem  vorgegeben Zieles, z.B. beim Springen:

•    Die Kinder springen aus Spaß und freuen sich, wenn sie mit der Zeit weiter springen können.
•    Das Ziel ist Anfangs nicht, so weit wie möglich zu springen, um eventuell besser zu sein als ein Anderer.
•    Bewegungen werden wie selbstverständlich, also um ihrer selbst willen ausgeführt.
•    Sie bereiten Spaß und werden oft von wichtigen und vielfältigen Erfahrungen begleitet, etwa weil dadurch Grenzen ausgetestet werden, weil man verschiedenste Sprungvarianten entdeckt, weil ein guter Freund dabei ist, weil man zusammen lacht und etwas neues ausprobiert, usw.


2.       Zielgerichtete und ungeordnete Bewegungen


Dr. Maria Montessori unterscheidet sehr genau zwischen zielgerichteten und ungeordneten Bewegungen.

•    Nicht zielgerichtete, d.h. unkoordinierte Bewegungen gehören zum noch sehr kleinen Kind.  Es lernt erst allmählich seine Bewegungen zu beherrschen und zu koordinieren, z.B. etwas zu greifen was es haben möchte.
•    Zu diesen ungeordneten Bewegungen zählen bei Montessori auch Bewegungen von älteren Kindern, die sich nur austoben, laut und wild in unterschiedlichsten Situationen und Umgebungen sind usw.
•    Beim Kleinkind ist das Ausleben des ungezielten Bewegungsdranges noch eine wichtige Sache. Es trainiert damit das vegetative System. Die Bewegung soll jedoch mit zunehmendem Alter mehr und mehr bewusst gesteuert werden. Das geschieht über den sich ausweitenden eigenen Willen und das zunehmende Denkvermögen.
•    "Bewegung ohne Denken", bezeichnet Maria Montessori die Bewegungen, die ohne eine bewusste Zielrichtung, also ohne Steuerung des Körpers ausgeführt werden, etwa planloses herumlaufen ohne eine Arbeit/Spiel zu finden, sich nur im Laufschritt zu bewegen, oder von einer Arbeit zur nächsten zu stürzen ohne etwas zu beenden (bei Kindern ab 2 Jahren zu beachten! hier sollte auch schon eine gewisse Bewegungkontrolle möglich sein, z.B. angemessen lange für das Alter still sitzten können - ca. 10-15 Minuten)
•    Bewegung, nur gesteuert von ungeordneten, spontanen Gefühlsregungen zählt bei Dr. Montessori zu Aggression und somit zu nicht zu duldendem und erwünschtem Verhalten, z.B. aus Lust und Laune andere zu schubsen, zu boxen usw. (Deviates Verhalten, Erklärung bei „Theoretische Grundbegriffe“),


 ABER


Gefühle - Freude, Wut ... - dürfen ausgedrückt werden, das WIE, WO und WANN muss jedoch immer mehr bewusst gesteuert werden. Es dürfen keinesfalls Andere durch unkontrollierte, oder gar willentliche körperliche Aktivitäten geschädigt oder gar verletzt werden.


3.  Intelligenz und Bewegung


Das Kind erobert und eröffnet sich die Welt größtenteils über Bewegung. Es erforscht und entdeckt damit seine Umwelt und baut mehr und mehr seine geistigen Fähigkeiten, also  seine Intelligenz, auf und aus. Deshalb ist es so wichtig, dass Kinder sich sowohl in Räumen, als auch im Freien möglichtst viel und oft bewegen dürfen und nicht vor dem Computer, dem Fernseher, dem Kassettenrekorder, dem Gameboy...

Körper- und Sinneserfahrungen tragen dazu bei, dass es bald Begriffe bilden kann. Das Kind lernt Ursachen- und Wirkungszusammenhänge kennen und begreifen indem es Tut, also im handelnden Umgang mit den Dingen. Dieses Tun ist stets mit Bewegung verbunden, z.B. wenn ich etwas loslasse fällt es in der Regel nach unten. Welch ein Staunen, wenn ein Gasluftballon nach oben schwebt!

Der handelnde Umgang mit den Dingen liegt Montessori besonders am Herzen. Die direkte Auseinandersetzung mit der Umwelt und damit "Greifen und Begreifen", vermitteln dem Kind wichtige Erfahrungswerte.
Alle Materialien, die Dr. Montessori für Kinder entwickelt hat beachten diesen Grundsatz. Die Materialien erlauben deshalb immer sich bewegen zu können. Sehr oft indem der gesamte Körper mit einbezogen ist, auf alle Fälle jedoch die Hände. (z.B. Blau-Rote-Stange beim Mathematikmaterial, Tablett tragen mit Materialien, Paarungen und Sortierungen vornehmen....)

Das Kind arbeitet demnach sowohl mit den Sinnesmaterialien, den Mathematikmaterialien, den Sprachmaterialien, den kosmischen Materialien, als auch den Materialien aus dem Täglichen Leben stets mit Bewegung. Durch diese Erfahrungen, die es dabei macht baut es Stück für Stück seine Intelligenz auf. Wie Kinder dabei auch zu Hause ganz nebenbei unterstützt werden können, siehe Punkt 7.


4.  Analyse der Bewegung


Die Analyse der Bewegung erfolgt v.a. bei vielschichtigen Handlungen.

Die Übungen des Täglichen Lebens, wie auch die Sinnesmaterialien, die Dr. Montessori für die Kinder anbietet, helfen z.B. die Anforderungen des Alltags zu bewältigen und die Sinne nachhaltig zu stimulieren. Sie zeichnen sich besonders dadurch aus, dass sie einzelne Handlungsabläufe (beim Sinnesmaterial, einzelne Sinnesbereiche) aus einer im Alltag eher komplexen Abfolge herausnehmen. Das Kind wird durch nichts anderes abgelenkt und muss sich nur auf eine Handlung / Sinneseigenschaft konzentrieren. Dazu gehören etwa, Knöpfe schließen am Knopfrahmen, schütten von Körnern, gießen von Flüssigkeiten, paaren von Farbplättchen - Düften - Klängen, usw. (Genaueres dazu bei der Beschreibung der "Materialprinzipien")

Diese Übungen helfen dem Kind seine Motorik immer mehr zu steuern und seine Wahrnehmung zu verfeinern, da die Bewegungsabläufe in kleinste Bewegungsbausteine zerlegt wurden. Dann kann es diese schnell in seine tägliche Umwelt integrieren, z.B. beim eingießen von Tee, beim Schließen von Jackenknöpfen.... Beim genauen Zeigen durch den Erwachsenen und das aufmerksame Zuschauen des Kindes, werden die Bewegungseinheiten bewusst aufgenommen. Das Wiederholen und eigenständige Üben des Kindes macht den Gesamtablauf und die Gesamtbewegung immer sicherer und differenzierter.


5.       Bewegung als ökonomischer Ablauf


Damit sind vielfältige, anspruchsvolle Bewegungsabläufe gemeint wie sie beispielsweise schon geübt werden und notwendig sind, nur wenn man Schnipsel oder andere Kleinteile vom Boden aufheben möchte:

•    ausgereifter Gleichgewichtssinn, um beim Bücken nicht nach vorne zu kippen, bzw. gut ausgebildete Beinmuskulatur, wenn man in der Hocke arbeitet
•    zielgerichtetes Greifen nach dem Kleinteil (Feinmotorische Fähigkeit; Auge-Hand-Koordination)
•    Körper- und Handgeschick beim wieder Aufrichten und beim Festhalten der Kleinteile
•    Gleichzeitige Übung des logischen Denkens, da zu einem ökonomischen  Ablauf einer Arbeit ebenso gehört, vorab zu überlegen, wohin die Kleinteile nach dem Aufheben kommen sollen (evtl. ist es sinnvoll, sich den Mülleimer, oder ein anderes Behältnis unmittelbar neben sich zu stellen – oder gleich den Handfeger zu nutzen)

Die Materialien für die Übungen aus dem Täglichen Leben basieren z.B. darauf, durch ihre Bewegungsschulung auf die praktische Anwendung im Alltag vorzubereiten und diese einfach übertragen zu können.

Es geht Dr. Montessori auch hier darum, Kinder unabhängig von der Unterstützung Erwachsener zu machen. Sie will die Kinder in die Welt der Erwachsenen einbinden, ihnen lernen Verantwortung für eigenes Tun zu übernehmen, sich selbst einzuschätzen.
Manchmal stellt sich jedoch die Frage – „Wollen wir Erwachsene das überhaupt, oder wollen wir unsere Kinder so lange wie möglich „Klein“ halten?“
Der Radius der Bewegungsmöglichkeiten wird immer größer je früher wir dies dem Kind zugestehen und je älter das Kind wird. Die körperliche Entfernung bedeutet aber nicht, dass das Kind sich auch psychisch schon loslösen kann. Wir werden als Eltern und Betreuer also immer noch, und oft noch lange gebraucht. Deshalb sind selbstständige Kinder nicht gleichbedeutend damit, dass die Eltern und Erzieher / Lehrer nicht mehr wichtig sind.


6.       Turnen und Sport


Maria Montessori stimmt zu, dass Turnen, wie es in Schulen und Vereinen verstanden wird, der Muskelkräftigung dient. Ebenso erkennt sie an, dass sportliches Spiel Begeisterung weckt, das Selbstvertrauen und den Mut stärkt.
Sie lehnt es jedoch für gesunde Kinder ab, nur vorgegebene Übungen oder Übungsfolgen einfach nur nachmachen zu lassen.

Volle Zustimmung besteht ihrerseits darin, wenn es darum geht, dass für kranke Kinder, bei denen Muskeln, Organe usw. intensiv trainiert werden müssen, eine besondere Bewegungsschulung angeboten wird. Dies kann in der heutigen Zeit etwa Krankengymnastik, Ergotherapie, Motopädagogik usw. sein.
Sport mit Geräten, bei denen gezieltes Werfen, Schleudern, Schwingen usw. trainiert werden und mit dem ein zielgerichteter Muskelaufbau erreicht wird, findet ihre uneingeschränkte Unterstützung. Turnen an Geräten sieht sie eher als Akrobatik. Gymnastik ohne Geräte ordnet Montessori der Vorbereitung auf die rhythmische Schulung zu.

Bewegungserziehung mit Musik sieht Maria Montessori als sehr wertvoll an.
Freie Bewegung zu Musik lenkt unbewusst, anfangs ungesteuerte Bewegungen, zu rhythmischen und fließenden Bewegungsabläufen.
Dabei ist jedoch auf die Auswahl der Musik zu achten. Häufig finden Kinder dabei zu Konzentration und zur Einheit von Körper und Geist.
Erwachsene haben für eine gute Bewegungsentwicklung der Kinder somit Grundlagen zu schaffen, d.h. unter anderem die Umgebung entsprechend vorzubereiten.


7.       Hilfen für die Kinder


Wir Erwachsene haben viele unserer Bewegungen bereits "eingeschliffen". Automatisierte Bewegungsabläufe sind wertvoll und wichtig und erleichtern den Alltag ungemein. Manchmal sind sie jedoch auch festgefahren. Wir haben Gewohnheiten gebildet die uns häufig „unbeweglich“ machen. Wir können mehr oder weniger mit Hindernissen umgehen und unsere Zielrichtung fest im Auge behalten.
Kinder haben eine andere Sichtweise und einen anderen Rhythmus.

•    Deshalb muss der Erwachsene geduldig seine Bewegungen denen des Kindes anpassen (z.B. genügend Zeit einplanen beim Spazierengehen, Einkaufen, Anziehen...)
•    Wenn er dem Kind etwas zeigt, soll es genau, liebevoll und so  geschehen, dass das Kind die Abläufe langsam und gut sehen kann
•    wichtig ist dabei, sich vorher den Ablauf selbst bewusst zu machen, dann wir machen vieles durch unserer lange Erfahrung ohne weiteres Nachdenken; die Handlungseinheiten in Einzelstücke zu zerlegen fällt uns in der Regel eher schwer. Beispiel: Schleife binden und Lösen – kann man oft ohne dabei hinzusehen, somit eine automatisierte Bewegung / Könnten Sie es auf Anhieb wirklich der Reihe nach beschreiben, oder müssen Sie sich durch das Tun und ganz genaue eigene Hinschauen, die einzelnen Schritte erst wieder bewusst machen? Genau diese Einzelschritte sind für das Kind, das keinerlei Vorerfahrungen hat zum Erlernen so wichtig.
•    Arbeiten des Kindes sollen nur, wenn wirklich notwendig unterbrochen werden.
•    Es gilt eine vorbereitete Umgebung zu schaffen, so dass das Kind durch selbstständiges Tun, Bewegen, Arbeiten und häufiges Wiederholen, seine Bewegungen zielsicherer und differenzierter machen kann.
•    Die Einrichtung (Mobiliar), sowie die Spiel - Lern- und Arbeitsmaterialien müssen dem Alter und der Größe  der Kinder angepasst sein.
•    Bewegung an frischer Luft, im Garten, auf Wiesen, im Wald usw. sollte eine selbstverständliche Gewohnheit sein
•    Zurückhaltung des Erwachsenen ist gefragt, eingreifen ist nur in gefahrvollen Situationen notwendig
•    Eltern sollten sich schon vor der Geburt damit auseinandersetzen über entwicklungsfördernde Lagerung der Kinder, z.B. wenn das Kind wach ist viel auf die Bauchlage achten, damit die natürlichen Entwicklungsstadien aus der Bauchlage zum Rollen, zum Armstand und Robben, zum Vierfüßlerstand und Krabbeln und weiter zum Laufen gelingen und so alle Muskelgruppen sicher entwickelt werden können; Kinder nicht aus falschen Ehrgeiz schon zu früh hinsetzen oder an der Hand zum Laufen bringen
•    Gedanken zum Kauf von Transportmöglichkeiten sind ebenfalls wichtig, z.B. „Welchen Kinderwagen schaffen ich an?“(neuere Modelle in denen die Kinder nur in Maxi-Cosi-Haltung liegen sind Formschick und „IN“, jedoch denkbar schlecht für die Wirbelsäule und den vernünftigen Aufbau von Muskulatur; auch in anderen Bereichen sind sie auf Dauer eher schädigend, z.B. Sprachentwicklung, da der Kehlkopf in dieser Lage ständig gequetscht wird; wenn stark einengende Transportgeräte, die aus Sicherheitsgründen notwendig sind, angeschafft werden, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das Kind nicht zu lange darin liegt und danach viel Möglichkeit hat sich auszustrecken, sowohl in Bauch- als auch in Rückenlage)


8. Angebote und Hilfen für einen guten Aufbau der Grob- und Feinmotorik können sein


•    Verschiedenste Übungen mit den Materialien des „Täglichen Lebens“
•    Übungen mit dem Sinnesmaterial
•    Mithilfe im Haushalt beim Kochen, Putzen, Kleidung aufräumen...
/ Mithilfe im Garten, beim Einkaufen
•    Kletter-, Balancier- und Hüpfmöglichkeiten schaffen (Bäume, Seile zwischen Bäumen, alte Matratzen...)

•    Gehen auf Linien und über Hindernisse
•    Viel Bewegung im Freien
•    Gestaltarbeiten wie Malen, Basteln, Kneten usw.
•    Rhythmische Bewegungserziehung
•    Therapien, wenn diese zur Entwicklungsunterstützung beitragen können
•    usw.


 Abschlusszitat

Zitat Kurt Meinel: „Je reicher und vielseitiger der sensomotorische Kontakt des Kindes mit den Gegenständen seiner Umwelt ist, desto inhaltsreicher und zutreffender sind auch seine Vorstellungen und Begriffe, in denen sich die Umwelt widerspiegelt. ... Denn heute wissen wir, dass eine organische Verbundenheit und Wechselwirkung zwischen der Motorik des Menschen, seinen Sinnesorganen, seinem Nervensystem und dem ganzen Organismus besteht... Wenn daher der Lehrer seine Schüler mit Hilfe der Motorik bildet, erfasst er sie nicht von einer speziellen nur „körperlichen“ Seite, sondern total. Besonders für den jungen Menschen ist die Bewegung ein natürliches Lebenselement, in dem sich seine Anlagen und Fähigkeiten wechselseitig entwickeln und bilden können.“


Literatur:

M.Montessori: „Kinder sind anders“, dtv-TB, München 1992 und „Die Entdeckung des Kindes“, Herder Verlag Freiburg (2.Auflage) 1969
Standing E.M.: „Maria Montessori Leben und Werk“, Finken Verlag Stuttgart
Winfried Böhm (Hg.) „Maria Montessori. Texte und Gegenwartsdiskussion“, Klinkhardt 1985, Bad Heilbrunn
Eigenhändige Mitschriften im Montessori Diplomkurs unter Leitung von Prof. Dr. Luis Erler
Kurt Meinel: Zitat gefunden im Internet; hat selbst Bücher herausgebracht, zu finden im web

 


Abschluss